NEUE AUSSTELLUNG: “DIE UNWÜRDIGEN”

Dauerausstellung – für Jugendliche und Erwachsene

Neue Ausstellung

Es ist August 1900. Die 14-jährige Rasmine wird in das Armenhaus in Svendborg eingewiesen. Sie gerät ins Visier der Polizei und wird beschuldigt, andere mit Syphilis angesteckt zu haben. Rasmine wird zu zweimal fünf Tagen Gefängnis verurteilt. Für die beteiligten Männer hat der Fall keinerlei Konsequenzen. Während ihrer Haft erfährt Rasmine, dass sie schwanger ist.

Rasmine ist eine von fünf Frauen und Männern, deren Lebensgeschichten Sie in der authentischen Umgebung des ehemaligen Armenhauses erleben können – die Hörgeschichten sind auf Englisch.

Die Menschen, die im Armenhaus untergebracht waren, gehören zu denjenigen, deren Stimmen in der Geschichte kaum gehört wurden. Deshalb nehmen sie auch in unserer Geschichtsschreibung und in den überlieferten Quellen nur wenig Raum ein.

Warum landet Rasmine im Armenhaus? Gelingt es ihr, der Armut zu entkommen? Mithilfe englischsprachiger Hörgeschichten entsteht ein eindrucksvolles Porträt der jungen Rasmine, während Sie sich im Waschraum, im Garten und an den Orten befinden, an denen sie während ihres Aufenthalts lebte. Zum Abschluss können Sie der 14-jährigen Rasmine in einer lebendig animierten Darstellung begegnen, geschaffen vom Animationsstudio Tumblehead.

Vor, während und nach dem Armenhaus

In „Die Unwürdigen“ lernen Sie außerdem zwölf weitere Männer und Frauen kennen, die – kürzer oder länger oder auch mehrfach – in der Einrichtung untergebracht waren, als sie in den Jahren 1872 bis 1974 in Betrieb war. Sie erfahren, woher sie kamen, was ihr Leben geprägt hat und wohin ihr Weg nach dem Aufenthalt in der Anstalt führte. Mit Hörgeschichten, Filmen und ausgewählten Objekten entfalten wir ihre Lebensgeschichten in den authentischen Räumen des Armenhauses in Svendborg.

Heute lässt sich mit wenigen Klicks fast alles über einen Menschen im Internet finden – von der Familie bis zum Berufsleben.

Für die Menschen, die im Armenhaus untergebracht waren, gilt das nicht. Um ihre Lebensgeschichten zu rekonstruieren, waren sieben bis acht Monate intensiver Recherche erforderlich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums haben Archive von Gefängnissen, Fürsorgeeinrichtungen, Armenbehörden, Krankenhäusern und psychiatrischen Kliniken durchforstet.

Jede einzelne Akte, jedes Gefängnisregister, jede Zeugenaussage, jeder Zeitungsartikel und jede Volkszählung bringt uns Rasmine und den anderen Menschen ein Stück näher und ermöglicht es uns, ihre Lebensgeschichten in den authentischen Räumen des Armenhauses in Svendborg zu erzählen.

Wir danken

Die Ausstellung wird von der Augustinus Fonden, der Aage und Johanne Louis-Hansens Fond, der Sportgoodsfonden, der Knud Højgaards Fond, der William Demant Fonden und der Ole Kirk’s Fond unterstützt.

Verantwortlich für die Ausstellung ist Museumsinspektor Jeppe Wichmann Dam Rasmussen. Das Ausstellungsdesign stammt von Kurtzweil, die Ausstellungsfilme wurden von Goodwill produziert, das Lichtdesign von Lystek gestaltet, die Hörgeschichten von Ulla Stories entwickelt und die Animationen von Tumblehead realisiert.

Foto: Andreas Benthien